Konzept
Entstehung
Der Fernkurs Heilpädagogik ist ein Bildungsangebot der Katholischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz e.V. (KEB). Die KEB ist der größte anerkannte freie Weiterbildungsträger in Rheinland-Pfalz und bietet seit mehr als 15 Jahren erfolgreich Fernkurse an. Mit den Fernkursen Erziehern (Fernkurs Erziehen) und Heilpädagogik haben wir uns auf Fernstudienangebote im Bereich Sozialwesen spezialisiert.
Die Bildungsmaßnahme Fernkurs
Heilpädagogik bereitet innerhalb von 2,5 Jahren
auf den Berufsabschluß als “staatlich anerkannte/r
HeilpädagogIn” vor. Sie ist speziell auf die Bedürfnisse
von Frauen und Männern zugeschnitten, die sich neben
ihrer beruflichen Tätigkeit als ErzieherIn/HeilerziehungspflegerIn
bzw. während der Familienphase zur HeilpädagogIn
weiterbilden möchten.
Dabei stellt die Lernform des Fernlernens eine Alternative
zu herkömmlichen Lehr- bzw. Lernarrangements dar. Ihr
Vorteil ist die örtliche und zeitliche Flexibilität
des Lernens, die für Lernende interessant ist, die aufgrund
von Schichtdienst und/oder Familienarbeit andere Bildungsangebote
nicht wahrnehmen können.
Der Fernkurs Heilpädagogik
will aber nicht nur bezüglich der Lernform, sondern auch
inhaltlich eine Alternative zu anderen Bildungsangeboten bieten:
Schwerpunkte des Fernkurses sind neben der Pädagogik
bei geistiger und bei körperlicher Behinderung die Pädagogik
bei Verhaltensstörungen und seelischer Behinderung und
die Pädagogische Diagnostik. Damit bietet das Angebot
auch MitarbeiterInnen in der Erziehungshilfe und Psychiatrie
die Möglichkeit der speziellen Weiterqualifizierung.
Zielsetzung
Der Fernkurs Heilpädagogik bereitet die TeilnehmerInnen
innerhalb von 2,5 Jahren qualifiziert auf die NichtschülerInnenprüfung
an einer staatlichen Fachschule für Sozialwesen, Bildungsgang
HeilpädagogIn, vor.
Ziel der Ausbildung zum/ zur HeilpädagogIn ist der Erwerb
von Fach- und Handlungskompetenzen, sowie die Weiterentwicklung
der Personal- und Sozialkompetenz der Teilnehmenden. HeilpädagogInnen
sollen in der Lage sein, Probleme der Praxis zu identifizieren,
heilpädagogisches Handeln zu begründen, zu planen,
umzusetzen und zu reflektieren. Sie wenden beratende, helfende,
übende und fördernde Methoden an, die auf ganzheitliche
Erziehungsziele hin ausgerichtet sind.

Aufbau
Der Fernkurs ist in 11 Lernmodule gegliedert, die sich inhaltlich am
Lehrplan des Landes Rheinland-Pfalz für den Bildungsgang Heilpädagogik
orientieren. In den Lernmodulen werden verschiedene konkrete Lernsituationen
vorgegeben, die zu bearbeiten sind. Dadurch erwerben sich die Teilnehmenden
Fach- und vor allem Handlungskompetenz. Begleitend zu den Lernmodulen werden
400 Stunden heilpädagogische Praxis abgeleistet.
Zum Schluss des Fernkurses steht die NichtschülerInnenprüfung
an einer staatlichen Schule.
Die Prüfung selbst ist nicht Bestandteil des Fernkurses,
da sie eine hoheitliche Aufgabe des Staates ist, der dann
auch die staatliche Anerkennung als HeilpädagogIn verleiht.
Elemente
Die Vermittlung von Lerninhalten geschieht im Fernkurs Heilpädagogik
durch folgende Elemente:
Selbststudium
Anhand der Studienbriefe erarbeiten sich die TeilnehmerInnen
im Selbststudium die Inhalte der verschiedenen Lernfelder/Lernmodule.
Die Studienbriefe sind fernstudiendidaktisch gestaltet. Piktogramme
und Marginalien, Zusammenfassungen, Fallbeispiele und Übungsaufgaben
erleichtern die Bearbeitung. Sie sind an den Lehrplänen
der Fachschulausbildung in Rheinland-Pfalz
orientiert. Als AutorInnen wurden Fachleute aus Universitäten,
Fachhochschulen, Fachschulen und der heilpädagogischen
Praxis gewonnen.
Folgende Studienbriefe wurden erstellt:
- Didaktik/Methodik der heilpädagogischen Praxis
- Eltern- und Familienberatung
- Grundlagen der Heilpädagogik
- Gruppenpädagogik und Kommunikation
- Heilpädagogische Diagnostik
- Heilpädagogische Förderung durch Kunst und Werken
- Heilpädagogische Förderung durch Motopädagogik
- Heilpädagogische Förderung durch Musik und Rhythmik
- Heilpädagogische Förderung durch Spiel
- Leitfaden für schulische Aspekte der Lernbehindertenpädagogik
- Leitfaden zur Gründung einer heilpädagogischen Praxis
- Leitfaden zur Heilpädagogischen Arbeit mit alten und behinderten Menschen
- Medizin
- Pädagogik bei geistiger Behinderung
- Pädagogik bei Hörschädigungen
- Pädagogik bei körperlicher Behinderung
- Pädagogik bei Sehschädigungen
- Pädagogik bei Sprachbeeinträchtigungen
- Pädagogik bei Verhaltensstörungen
- Pflege in der Heilpädagogik
- Psychologie
- Recht
- Soziologie
- Theologie, Anthropologie und heilpädagogische Ethik
Für das Selbststudium sind ca. 1500 Stunden Zeit eingeplant.
Dies kann, nach persönlichen Lernvoraussetzungen, differieren.
Präsenzphasen
Sie stellen Veranstaltungen dar, in denen Lehrende und Lernende
persönlich anwesend sind. Sie dienen der sozialen Interaktion,
der Wissensvermittlung, dem Lerntransfer und der Übung
sowie der Prüfungsvorbereitung und erlauben eine direkte
Rückmeldung. In den Präsenzphasen werden bevorzugt
Lernformen angeboten, die die Interaktion aller Beteiligten
fördert, wie Planspiele, Fallstudien oder Rollenspiele.
Des weiteren werden Wissensinhalte vermittelt, die über
Medien weniger gut oder gar nicht darstellbar sind.
Gerade in der Heilpädagogik kommt der Herstellungen
eines persönlichen Bezuges und der Gestaltung von Beziehung
eine herausragende Rolle zu. Durch die erwachsenengerechte,
didaktische Gestaltung der Präsenzphasen, die an einem
ganzheitlichen Lernen orientiert ist, wird die Gelegenheit
zur Übung, zum eflektieren und zur Selbsterfahrung der
Teilnehmenden gegeben. Dialogische Lernformen unterstützen
den Erwerb pädagogischer Handlungskompe-tenzen, sowie
die Weiterentwicklung von Personal- und Sozialkompetenz.
Die Präsenzveranstaltungen finden an insgesamt 40 Tagen
(17 Wochenenden, 2 x 3 Tage im Block) statt.
Heilpädagogische
Praxis
Der Praxisorientierung kommt im Fernkurs
Heilpädagogik ein hoher Stellenwert zu, da sich
heilpädagogisches Handeln in der persönlichen Interaktion
und Kommunikation vollzieht. Um den TeilnehmerInnen reflektierte
Praxiserfahrungen zu ermöglichen, wurden neben den Präsenzveranstaltungen
Praxistage vorgesehen. Sie ermöglichen die Erprobung
gelernter Methoden in der heilpädagogischen Praxis.
An den Praxistagen werden die Praxisaufgaben aus dem Fernkurs
umgesetzt. Dazu gehören Beobachtungen, Übungen,
Förderdiagnostik, Förderplanung und das Durchführen
von heilpädagogischen Angeboten. Die Praxisaufgaben werden
von den Teilnehmenden geplant, dokumentiert und reflektiert,
sie werden von der Mentorin betreut und bewertet. Die Praxisarbeit/das
Abschlussprojekt zum Schluss des Fernkurses stellt gleichzeitig
eine Zulassung zur Prüfung dar. Das Thema dazu wird von
der prüfenden Fachschule gestellt.
In Rheinland-Pfalz sind insgesamt 400 Stunden
heilpädagogische Praxis abzuleisten. Diese Praxis kann
durch die berufliche Tätigkeit oder durch ein Praktikum
in einer heilpädagogischen Einrichtung erworben werden.
Die 400 Stunden heilpädagogische Praxis müssen von einer qualifizierten
Fachkraft angeleitet werden, die über langjährige Berufserfahrung verfügt
und z. B. einen der folgenden Abschlüsse hat: Diplom-HeilpädagogIn,
Diplom-SozialpädagogIn, Diplom-PsychologIn, Diplom-PädagogIn, Lehramt mit
zweitem Staatsexamen und Erfahrung in der Lehrerausbildung; sowie weitere
Berufe, die zur Praxisanleitung qualifiziert sind.
Die 400 Stunden praktischer Tätigkeit müssen zwingend in einem
heilpädagogischen Arbeitsfeld abgeleistet werden. Es ist nicht möglich, die
heilpädagogische Praxis in einer sozialpädagogischen Regeleinrichtung
abzuleisten.
Exkursionen
Im Fernkurs sind von den Teilnehmenden Exkursionen und Hospitationen
in allen heilpädagogischen Arbeitsfeldern zu absolvieren.
Jeweils ein Hospitationstag ist in einer Einrichtung für
Menschen mit körperlicher, geistiger Behinderung und
mit Verhaltensauffälligkeiten vorgeshen. In Einrichtungen
für Blinde/Sehbehinderte, Gehörlose/ Schwerhörige,
Lernbehinderte und Sprachbeeinträchtigte ist eine Exkursion
von je einem halben Tag geplant. Die Exkursionen und Hospitationen
finden in den ersten drei Modulen statt. Den Teilnehmenden
werden Adres-senlisten verschiedener Einrichtungen und ein
Hospitationsleitfaden zur Verfügung gestellt.
Lerngruppen
Lernen im Fernkurs vollzieht sich zunächst vorwiegend
allein. Um die Kommunikation über erarbeitete Inhalte
zu ermöglichen und den Austausch und das Lernen der TeilnehmerInnen
zu unterstützen, finden sich diese selbstorganisiert
in kleinen Gruppen von 5-7 Personen zusammen. Dort können
gemeinsam Inhalte des Fernkurses vertieft und praktische Übungen
erprobt werden. Auch die Exkursionen und Hospitationen können
in diesem Rahmen organisiert und durchgeführt werden.
Empfohlen werden Treffen in einem Turnus von vier Wochen.
Unterstützung
Während des Fernkurses werden die TeilnehmerInnen durch
folgende Maßnahmen unterstützt und betreut:
Lernbetreuung
Die Betreuung erfolgt in den Selbstlernphasen vor allem über
Telefon und E-Mail. Die Lernbetreuung und Beratung wird von
einer Mentorin geleistet, die über heilpädagogische
Praxiserfahrung verfügt. Feste Telefonsprechzeiten werden
angeboten.
Präsenzbibliothek
An den einzelnen Kursstandorten sind Bibliotheken eingerichtet,
die den Teilnehmenden Fachliteratur und Medien zur Unterstützung
bereitstellen.
Virtuelle Lernumgebung
Für den Fernkurs Heilpädagogik wird eine virtuelle
Lernumgebung eingerichtet, d.h. eine Möglichkeit der
Kommunikation und des Informationsaustausches via Internet.
Lernerfolgskontrolle
Lernen im Fernkurs ist weitgehend selbstgesteuertes Lernen.
Fernstudierenden fällt es oft schwer, ihre Lernfortschritte
einzuschätzen, da die Rückmeldung und Ermutigung
von außen fehlt. Lernerfolgskontrollen während
des Fernkurses sollen dazu beitragen den Lernprozess transparent
zu strukturieren, die Motivation der TeilnehmerInnen aufrecht
zu erhalten und verhelfen ihre Leistungen einzuschätzen
und ggf. verbessern zu können. Lernerfolgskontrollen
im Fernkurs Heilpädagogik sind:
- Das Bearbeiten von
Übungsaufgaben in den Studienbriefen.
- Das Erstellen von Hausarbeiten
und Referaten.
- Die Planung, Durchführung
und Reflexion von Praxisaufgaben.
- Das Anfertigen einer
Facharbeit, die als Prüfungszulassung dient.

Dauer
Der Fernkurs Heilpädagogik dauert 2 1/2 Jahre. Für
die Bearbeitung der Studienbriefe sind ca. 1500 Stunden im
Selbststudium vorgesehen, hinzu
kommen 40 Tage für Präsenzveranstaltungen,
die vorwiegend am Wochenende stattfinden und die Heilpädagogische
Praxis .
Abschluss
Von der prüfenden Schule wird nach bestandener Prüfung
der Abschluss als “staatlich anerkannte/r HeilpädagogIn”
verliehen. Die TeilnehmerInnen erhalten darüber hinaus
nach jedem erfolgreich absolvierten Modul des Fernkurses ein
Zertifikat der KEB.

Zugangsvoraussetzungen
Am Fernkurs teilnehmen kann, wer nachfolgende Voraussetzungen
erfüllt:
- die staatliche Anerkennung als Erzieherin
oder Heilerziehungspflegerin,
- eine danach ausgeübte mindestens
einjährige hauptberufliche Tätigkeit in einer
sozialpädagogischen oder sonderpädagogischen Einrichtung,
- berufliche Praxis während des
Fernkurses durch Berufstätigkeit oder Praktikum.
Darüber hinaus sollten Sie Fähigkeit und Motivation
zum eigenständigen Lernen mitbringen und die Bereitschaft,
mit anderen konstruktiv in Gruppen zusammenzuarbeiten.

Prüfung
Die Prüfungen werden an einer staatlichen Fachschule
für Sozialwesen, Bildungsgang
für HeilpädagogInnen, absolviert. Geprüft wird
im Rahmen der NichtschülerInnenprüfung (Externenprüfung).
Im Unterschied zu den Prüfungen an Fachschulen werden
NichtschülerInnenprüfungen in allen Fächern
durchgeführt, Umfang und Anforderung entsprechen den
Prüfungen für SchülerInnen. Im Abschlusszeugnis
der Schule ist vermerkt, daß eine NichtschülerInnenprüfung
abgelegt wurde.

Förderung
Die Kosten der Weiterbildungsmaßnahme können steuerlich
geltend gemacht werden. Eine Förderung der Maßnahme
durch die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung
nach dem AFBG
(Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, sog. ”Meister-BaföG”)
ist abhängig von den individuellen Fördervoraussetzungen.
Nähere Infos hier.
Der Fernkurs Heilpädagogik nach dem Bildungsfreistellungsgesetz in Rheinland-Pfalz anerkannt.
Broschüre der Stiftung Warentest: "Weiterbildung finanzieren" (pdf 624 kb)
Kosten
Die Teilnahmegebühren für den Fernkurs Heilpädagogik betragen 5.700,- € und werden in 30 Monatsraten à 190,- € fällig. Diese Gebühren umfassen die Kosten für die Studienmaterialien und die Präsenzveranstaltungen. Hinzu kommen gegebenenfalls Übernachtungs- und Verpflegungskosten, sowie Kosten für Fachbücher und Arbeitsmaterialien.

Qualitätskontrolle
Eine regelmäßige Evaluation des gesamten Fernkurses
ist ein wichtiger Bestandteil professioneller Erwachsenenbildung.
Im Zuge eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses soll
so aufgrund der erhobenen Ergebnisse eine stetige Weiterentwicklung
der Materialien, der Präsenzveranstaltungen und der Lernbetreuung
sichergestellt werden. Eingesetzt werden Instrumente zur formativen
und summativen Evaluation.
Für die Entwicklungsphase ist die Überprüfung
der Studienbriefe (bezüglich Inhalt, Gestaltung usw.)
durch Testleserinnen vorgesehen. Des weiteren sollen die virtuellen
Angebote auf BenutzerInnenfreundlichkeit, Verständlichkeit,
Layout usw. getestet werden. Die Präsenzphasen, das Betreuungssystem
insgesamt und die Praxisorientierung werden summativ evaluiert.
In der Durchführungsphase werden Evaluationsinstrumente
wie Fragebögen, Rückmeldeformulare und Methoden
der Lernerfolgskontrolle zur summativen Bewertung eingesetzt.
Die Evaluation bezieht sich hier auf das Gesamtangebot, die
Akzeptanz der Lernenden, den Lerneffekt und die einzelnen
Elemente des Fernkursangebotes.
Eine Zulassung des Fernkurses Heilpädagogik durch die
staatliche Zentralstelle für Fernunterricht in Köln
(ZFU) wurde unter der Zulassungsnummer
130 506 zugelassen. Eine solche Zulassung stellt ein weiteres Qualitätsmerkmal
im Sinne der summativen Evaluation dar. Dort wird überprüft,
ob das Gesamtkonzept sowie die einzelnen Elemente in Inhalt
und Qualität den Anforderungen des Lehrplanes der entsprechenden
Länder, in denen der Kurs stattfinden soll, entsprechen.
Der Fernkurs bietet den Teilnehmenden somit auch im Sinne
des Verbraucherschutzes, geprüfte Qualität.
Der Deutsche Berufsverband für Sozialarbeit, Sozialpädagogik
und Heilpädagogik (DBSH)
führt eine Qualitätsüberprüfung des Fernkurses
Heilpädagogik durch.

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